September 21, 2010

24. August 1992

Die Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen ereigneten sich im August 1992 im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen. Es handelte sich um die massivsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Bei den tagelangen Krawallen konzentrierte sich nach der Evakuierung der ZAst in sichere Unterkünfte die Gewalt auf die Polizei und das in Brand gesetzte benachbarte Wohnhaus, in dem sich 115 Vietnamesen und ein Fernsehteam aufhielten.

In der Nacht des 24. August warfen unter „Ausländer raus“-Rufen der umstehenden ca. 2000 Schaulustigen mehrere meist jugendliche Täter wiederum Steine und vor dem Haus entzündete Molotowcocktails in das Gebäude. Der Eingangsbereich wurde von Rechtsextremisten mit Baseballschlägern gestürmt, die Beleuchtung und die Einrichtung zerschlagen und unter Rufen wie „Wir kriegen Euch alle, jetzt werdet ihr geröstet“ Benzin ausgeschüttet und angezündet.

Zu den über 100 Eingeschlossenen zählte auch ein Fernsehteam des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Der Augenzeuge Thomas Euting notierte: „Die Notausgänge zum Nachbarhaus sind allesamt von den deutschen Nachbarn verrammelt und mit Ketten gesichert. Man will verhindern, dass die lästigen Ausländer etwa rüberkommen könnten.“ Euting schrieb in dieser Lage einen Abschiedsbrief an seine Frau.

Jugendliche aus der Anitfa-Bewegung, die sich um den Schutz der Gebäude und ihrer Bewohner bemühten, wurden wegen Auseinandersetzungen mit den Randalierern am Abend von der Polizei festgenommen.

Eine kritische Rezeption fanden die Ausschreitungen unter anderen bei Künstlern wie Die Ärzte („Schrei nach Liebe“) und Böhse Onkelz ("Deutschland im Herbst").
(Wikipedia)

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