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August 07, 2012

Ende: Part 4

Serengeti Festival - Oakfield Festival

Ich liege auf dem Fußboden des Badezimmers, Sanja sitzt im Schneidersitz über mir und ich habe meinen Kopf auf ihre Beine gelegt. Mit den Händen streicht sie immer wieder über meine Wange und hält mich fest.
 
Drei Wochen zuvor: Arm in Arm tanzen wir vor der Bühne. Benzin spielen Sommer 96, mein Lieblingslied von ihnen. Wen ich da gerade alles im Arm habe und mit wem ich da tanze weiß ich gar nicht. Aber das ist auch egal.
- Alter, Hautfarbe, Religion, Sexualität, Herkunft. Nur mit einem Nazi oder Rassisten würde ich niemals tanzen.

Eine Bierdose nach den anderen haben wir geöffnet. Ein sehr schöner Kontrast zum Pogen war es betrunken Achterbahn zu fahren im Freizeitpark direkt neben dem Serengeti Festival! Allerdings habe ich deswegen Anti-Flag verpasst.

Ich laufe immer schneller und tanze dabei. Immer weiter im Kreis, im Circle Pit vor der Bühne. Staub wird aufgewirbelt, es dröhnt "Ich habe keine Angst!" und "...eurem Schlagstockeinsatz und eurem Tränengas!". Ich stürze. Arme strecken sich nach mir, ziehen mich hoch. Wir tanzen alle weiter, immer im Kreis, immer härter.

Auch beim Oakfield Festival bin ich mehrfach gestürzt beim Pogen. Allerdings war ich hier auch wesentlich betrunkener als auf dem Serengeti. Vorgetrunken haben wir bei Nico und sind anschließend mit dem Fahrrad zum Festival gefahren. Das Festivalband ist das hässlichste, das ich bis jetzt gesehen habe, aber dafür habe ich jetzt  Fünf an meinem Arm.

Nach dem Montreal gespielt haben, wegen denen wir auf dem Festival waren, haben wir noch Fotos mit der Band gemacht und sind anschließend wieder nach Hause gefahren. Dort ging es mir dann richtig beschissen. Ich konnte kaum noch stehen und ließ mich im Badezimmer auf den Boden fallen. Fast zwei Stunden lang wartete ich darauf, ob ich kotzen muss. 

Sanja blieb die gesamte Zeit über bei mir. Dabei hätte sie wohl wesentlich lieber geschlafen. Auch als wir im Bett lagen blieb sie noch eine Weile wach um zu sehen, ob sie noch irgendwas tun konnte. Als sie eingeschlafen ist deckte ich sie schließlich zu und legte meinen Arm um sie. Das Oakfield war gut, ist aber nicht an letztes Jahr rangekommen.

Fotos folgen,
vielleicht.

Juni 25, 2012

Nummer 4

86 Stunden,   5 Bands, zuviel Alkohol

Am letzten Tag quoll  der Schlamm überall raus; aus den Schuhen, den leeren Bierdosen und den Zelten. Zwischen den Trümmern unserer Nachbarn haben wir uns noch mit Wodka, Korn und dem letzten Bier weggeschossen. Einfach alles war vom Regen durchnässt und ein Ende des Regens war nicht in Sicht.

Die Nacht vom Donnerstag auf Freitag hatte ich bei einem Mädchen aus meiner Klasse verbracht. In der Schule haben wir einige Biere getrunken, eine Klausur geschrieben und haben die letzten beiden Stunden blau gemacht um wieder zum Festival zu fahren. Casper fand ich nicht wirklich gut, dafür aber Pennywise später um so mehr. Vor allem den Circle.

Ab Freitag haben sich uns Paula, Sanja, Natalie, Sonja und zwei weitere angeschlossen. Zu meiner Überraschung kam Paula sogar mit zu Pennywise am Freitag und zu Less Than Jake am Samstag Nachmittag. Nicht gerade ihre Musik oder ihr Tanzstil. Also Punk Rock, Ska Punk, Pogo und Skanking. Ich werde sie vermissen.

Sonntag haben wir uns dann weggeschossen, mein bester Freund so stark, dass er sich an ganze 12 Stunden nicht mehr erinnern kann & die Ärzte verpasst hat. Kettcar und die Ärzte waren unglaublich gut. Vor allem, dass es bei den Ärzten alle zwei Minuten eine neue Wall of Death gab. Dafür gab es aber auch Stunden lang Dauerregen und viel Schlamm.

Nach einer Stunde Schlaf haben wir das Zelt heute Nacht um 3 Uhr abgebaut, den Pavillon zerstört und den letzten Alkohol eingepackt. Um 5 war ich wieder zu Hause, habe geduscht und habe die ersten vier Schulstunden sein gelassen.

Theoretische Abschlussprüfung lief gut, 
in 30 Tagen Serengeti Festival.

Juni 17, 2012

Ich liege bei einem Kumpel im Garten und im nächsten Moment wache ich halbnackt auf meinem UMGEDREHTEN Sofa auf. Inzwischen habe ich mich schon Tausende Male ausgekotzt, aber da kommt auch nichts mehr raus.

Mai 30, 2012

Fuck love

Denn so richtig glücklich bin ich nicht

Über einem Dachbalken ist die Flagge der Vereinigten Staaten gehangen, überall stapeln sich Sachen von anderen Tagen, die nicht weggeräumt worden. Vor mir liegt die E-Gitarre, über den Verstärker dröhnt "if I go crazy then will you still call me superman?". Draußen leert sich die Stadtmitte immer mehr, die Sonne ist längst nicht mehr zu sehen.

Ich sitze auf einem Sofa, auf dem ich eben noch mit meinem Pullover zugedeckt schlief. Neben mir steht der vor einigen Stunden geöffnete Wodka, den wir im Laden nebenan gekauft haben. Im 15-Minuten-Takt hört man die Züge in den Bahnhof ein- und wieder ausfahren auf ihrem Weg nach Hamburg beziehungsweise Bremen. 900 Kilometer von hier.

Der Wodka-Eistee schmeckt fantastisch! Ich bin ein wenig fertig, seit Monaten schlafe ich nicht mehr gut. Genauer gesagt seit ich, in einem Moment der Schwäche, Wioleta schrieb, dass ich sie noch immer liebe und sie mir antwortete, dass sie mich auch immer noch liebt. Schwachsinn, das alles. Alles, was da war, alles. Einfach Schwachsinn. Einfach alles.

Ich frage mich, wie lange wohl mein gebastelter Tisch hier hält, welchen ich mir vorhin aus ein paar Regalen und Klebeband für das Notebook gebastelt habe. Morgen Mittag fahre ich wieder nach Hause, vorher muss ich aber noch zur Schule, falls ich nicht schon wieder schwänze. Aber mal ehrlich, wie kann sie einfach so einen neuen Typen haben? 

Das ist nicht fair.
irgendwie.

Mai 27, 2012

Ich habe mich schon wieder fast mit mehreren Neonazis geschlagen, ich habe gerade zum ersten Mal seit Ewigkeiten gekotzt und im Briefkasten lag ein Umschlag mit meinem Personal- und Organspendeausweis. Läuft alles.

Mai 20, 2012

Die Netten

Ich schlief zu wenig, ich trank zu viel
Nur wenige Momente, In einem Leben

Letzte Nacht saß ich mit einem Kumpel einige Kilometer außerhalb unseres Ortes auf einer selten befahrenen Brücke. In unserer Hand: Alkoholflaschen & Bierdosen. Über uns erstreckte sich der klare Sternenhimmel und vor uns ein Lichtermeer.

Ich kann inzwischen schon gar nicht mehr nachzählen, wie oft wir hier oben schon saßen, getrunken und geredet haben. Heute Nacht herrschte zum ersten Mal Windstille hier oben, und es war warm. Meine Röhre hatte ich bis zu den Knien hochgezogen, Schuhe & Socken zu Hause gelassen. Aber ein Kapuzenpullover musste doch sein.

Gut betrunken durchquerten wir später einen Fluss, haben kurz neue und alte Menschen getroffen und fuhren schließlich wieder Heim. Dort habe ich wieder einmal festgestellt, dass man betrunken dazu neigt, die Wahrheit zu erzählen:

Ich sei sowieso anders als die meisten, schreibt sie mir. Ich behandle Mädchen gut, meistens zumindest, und ich bin nicht nur auf Sex aus. Vor ein paar Wochen ist eine andere Freundin genau an das Gegenteil geraten und meinte danach zu mir, dass ich wohl keine Freundin habe, weil ich nett bin, alles andere als ein Arschloch.

Als ich heute Morgen aufgestanden bin, hatte ich zum ersten Mal seit einer Ewigkeit wieder die Auswirkungen von zu viel Alkohol gespürt. Zusammen mit dem leisen Gedanken, dass ich hätte besser direkt schlafen gehen sollen.

Die Schmerzen im Kopf, 
Ein vertrautes Gefühl