4 Uhr, betrunken, 1.000 Kilometer entfernt
Ich laufe im Dunkeln am Strand entlang. Ich laufe dicht am Wasser. Die Wellen tauchen meine schwarzen Chucks im wieder unter Wasser. Die Gedanken in meinem Kopf rasen, ich gehe immer schneller. Hinter mir verschwimmen langsam die Lichter einer russischen Stadt hinter der Grenze, die in Sichtweite ist.
Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich schon einmal ein so schönes Mädchen gesehen habe. Einfach alles stimmte. Ich verbrachte viel Zeit mit ihr, habe mich schon öfter zusammen mit ihr betrunken und geraucht. Ich liebe es wie sie gelacht hat und ihre Augen erst. Einfach alles war perfekt an ihr. So jemand war mir noch nie begegnet.
Das Licht von Karolinkka und den anderen verschwindet irgendwo hinter mir. Ich höre sie nach mir rufen, aber ich ignoriere es. Ich gehe immer schneller. Ich laufe durch den Sand auf einen Hügel zu, wo irgendwo unsere Zelte stehen müssten.
Ich konnte nie aufhören an sie zu denken. Immer hatte ich gehofft, dass sie sich uns noch anschließt. Ob es bei der Kneipentour in der Altstadt war oder einfach nur beim Rumsitzen am Abend bei der Schule. Ich habe oft darum gebeten, dass sie doch bitte jemand anruft und fragt, ob sie nicht auch kommen möchte. Ich wollte Zeit mit ihr verbringen.
Ich lehne an einem Baum. Eine Zigarette in der Hand, Zweifel im Kopf. Ich sitze ein paar Meter neben dem Zelt und rede mit Karolinkka, die selbst im Zelt ist. Jemand sagte, dass sie wütend auf mich sei. Sie war es aber nicht, sie hatte sich nur Sorgen um mich gemacht. Schließlich sei ich am Strand einfach verschwunden. Warum sage ich ihr nicht.
Nur noch drei Tage blieben mir mit ihr. Dann musste ich meinen Bus am Bahnhof kriegen. Ich bin fast durchgedreht. Sie war einfach so unglaublich wunderschön, doch musste ich schon bald wieder verschwinden.
Inzwischen war es 5:30 Uhr. Ich liege neben ihr im Zelt, nichts habe ich zum Zudecken. Nur meinen Rucksack als Kissen. Der Alkohol lässt kaum nach. Als ich schon fast eingeschlafen war, legt Karolinkka eine Decke von ihr vorsichtig über mich. "Dziękuję" - "Prosze bardzo. Dobranoc" - "Dobranoc". Ich sah sie an und schlief dann ein.
So you're sitting there
with nothing to do